Digitale Trends im LKW-Transportmanagement

Der Kunde als wichtigster Treiber der Digitalisierung

Die Digitalisierung bietet schon heute enorme Potenziale für das Management von Transporten auf der Straße und wird zukünftig noch mehr leisten können. Das Jahr 2018 lässt klare Signale erkennen, welche digitalen Trends den Straßengüterverkehr in Deutschland bewegen und in Zukunft bewegen werden. Neben der technischen Entwicklung im LKW in Richtung autonomes Fahren spielen die digitale Kollaboration und Vernetzung innerhalb der Logistikketten und die Automatisierung in der Disposition hier eine wesentliche Rolle. Die aktuellen Digitalisierungsmaßnahmen sind hierbei nicht als das Ende der Fahnenstange zu sehen, sondern ebnen den Weg für die Trends und Megatrends des Straßengüterverkehrs der Zukunft. Automatisierung, künstliche Intelligenz und Kollaborationen sind hier unter anderem als Schlüsseltechnologien anzusehen.

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass der größte Treiber der Digitalisierung der Endkunde ist. Daher rückt die Customer Centricity mehr und mehr in den Fokus. Unternehmen, die im Straßengüterverkehr unterwegs sind, haben also die Chance durch Digitalisierungsmaßnahmen ihren Mitbewerbern einen Schritt voraus zu sein und ihre Kundenbindung zukunftsweisend mitzugestalten.

Maßnahmen 2018: Papierlos Arbeiten, intelligente Apps und automatisierte Datenauswertung

Kostendruck, Individualisierung und Komplexität als externe Faktoren sind durch interne Faktoren in Form von Digitalisierung der Geschäftsprozesse und Transparenz in der Supply Chain zu bewerkstelligen. Im Jahr 2018 sind das papierlose Dokumentenmanagement, die Vernetzung mit den Fahrern und Fahrzeugen durch intelligente Apps oder die automatisierte Auswertung wesentlicher Daten längst im Straßengüterverkehr angekommen und stellen somit hervorragende Beschleuniger weiterer Digitalisierungsschritte dar.
„Das Mindset weg vom Asset-Denken hin zu der Denkweise in digitalen Strategien“ – so wie es Peter Voß, Geschäftsführer des Club of Logistics in „Who is who – Die Logistik Trends 2018“ [2] sagt, wird viele Unternehmen des Straßengüterverkehrs betreffen und in den Entscheidungen für die Einführung digitaler Transportmanagementsysteme bestärken.

Schlüsseltechnologien

Schlüsseltechnologien, wie die Nutzung künstlicher Intelligenz, werden die Logistikprozesse im Straßengüterverkehr deutlich optimieren. Ausgeklügelte Algorithmen zur automatischen Berechnung des optimalen Dispositionsplans, wie es derzeit schon mit einigen Transportmanagementsystemen möglich ist, erlauben es den Unternehmen ihren Logistikzielen mit der höchsten Priorität immer gerechter zu werden und die Automatisierung voranzubringen.

Vertikale und horizontale Kooperationen machen es den Unternehmen außerdem möglich, Real-Time Daten entlang der gesamten Supply Chain zu nutzen und für die jeweiligen Adressaten verfügbar zu machen. Wie eine Supply Chain Networks Studie von Nextrust [3] zeigt, ist ein sehr deutlicher Trend zu solchen Kollaborationsformen zu erkennen. 90% der befragten Teilnehmer, die bereits Kollaborationen eingegangen sind, haben angegeben, dass sie auch in Zukunft weiter mit Kollaborationspartnern zusammenarbeiten wollen. Die Reduktion von Kosten ist hierbei der wichtigste und treibende Faktor. Durch Partnerschaften werden effizientere Logistikketten möglich und gerade in Zeiten der Digitalisierung Daten unternehmensübergreifend bestmöglich nutzbar gemacht.

  1. Kersten, Wolfgang et al. “Trends und Strategien im Logistik- und Supply Chain Management — Chancen der digitalen Transformation.” Studie der Bundesvereinigung Logistik, Bremen (2017).
  2. Verkehrs Rundschau Spezial „Who is Who“ Logistik 2018, Sonderheft der Verkehrs Rundschau, München (2018).

  3. Jescke, Sabina et al. “Collaboration in Supply Chain Networks – A GS1 Germany Study within the EU-Horizon 2020-Project NexTrust.” Studie der Nextrust, Köln (2018).